floating life

noch mal hier, falls Du das liest. Falls nicht, dann gilt es aber auch für jeden anderen

all diese Energien, die guten wie die schlechten, die durch einen hindurch fließen, wie durch einen Schlafwandler, aber bin das ich? bist das Du?
Sind wir nur Schlafwandler, und falls ja: wollen wir das sein?

Du bist frei, frei auch Amok zu laufen, oder Dich vor den nächsten Zug zu werfen, aber wozu?
was bringt das? Wenn Du nach einer Viertelstunde ein weißes Blatt abgibst, glaubst Du allen Ernstes, das würde irgend etwas ändern? oder beenden? In der Schule bleibst Du sitzen, im Leben auch. Im Leben gegebenenfalls auch ewig, denn das Universum hat Zeit.
Leben ist Leiden. Blablabla. Aber Leiden ist auch Chance! Chance zu sehen, wie es wirklich ist.
Und manches hätte ich mir gern erspart. Leid hat mich weder stärker gemacht, noch glücklicher.
Aber weiser, wissender und ahnender. Und verdammt noch mal. Hier geht alles kaputt. Glück, Liebe, Reichtum, die Leber und das Hirn. Aber dahinter ist was bleibt. Das wahre Leben. Nicht diese beschissene Grundschule irdischer Existenz. Und dahin gibt es keinen Weg des Glücks. Glück ist nichts weiter als ein wunderschöner Weg in den nächsten Abgrund.

Du weißt das alles. Und das macht es mir schwer, Dir etwas zu sagen. Und wirft die Frage auf, warum Du es trotzdem nicht umsetzen kannst.
Ich glaube Dir fehlt eine Entscheidung. Meine trage ich in Tinte auf dem Unterarm, aber das nützt Dir freilich wenig, denn weder kannst Du sie kopieren, noch übernehmen und generell schon mal gar nicht kannst Du sie außerhalb von Dir selbst treffen, oder an andere Leute binden. Auch das wäre so ein ‘Glücksweg’.

Und ja, ich bin wütend. ich bin wütend, weil ich Dich so gern habe, und nicht dabei zusehen mag, dass Du aufgibst.
Hey, ich liebe Dich. Irgendwie, ich dachte immer, wir gehen auf unseren parallelen Wegen, können uns gegenseitig beim Altwerden zusehen und uns darüber kaputt lachen, weil die Wege kurz vor knapp in die Freiheit führen. Und ja, das wünsche ich mir.

Und zuletzt: Du bist frei, und ich auch. Frei auch zu entscheiden, die Wahrheit von der Leine zu lassen, und sie allen auf den Hals zu hetzen, die meinten, sie könnten Dich ausnützen, Dich ficken und danach in den Müll schmeißen.
Ist nicht Deine Verantwortung, das wäre meine. Aber wenn Du gehst, gehen alle Pisser und Wanker auch, und zwar in die entgegen gesetzte Richtung.

Wie auch immer: alles Gute, und das aus ganzem Herzen. Wir begegnen uns wieder :-)


ich bin blind. siehst Du das nicht?

Sterne sind wir, Sphären des Lichts, Augenblicke, unüberwindliche Distanzen
die Stille erblicken…
but Dude! I’m blind, can’t you see?


(d.g.) a:

Unser Lebensweg ist vorherbestimmt durch die Bürde, die uns ungefragt aufgehalst wird und verläuft entlang der Aufgaben, die wir meistern, oder an denen wir scheitern.

soviel mal dazu, und abgesehen davon:

der größte Fehler, den Erwachsene machen besteht darin, anzunehmen sie seien erwachsen.


kaum zurück und schon wieder weg

exakt.
Als ich vor, lassen Sie mich nachdenken, das war 96/97, also sagen wir vor 15 Jahren das erste Mal einen Browser öffnete (mein Gott, damals stritt sich Microsoft mit netscape wegen der Implementierung von Browsern in Betriebssysteme…), war ich begeistert ob der unzähligen Möglichkeiten dieses Internet-Dings.
Und ich hab’s ausgekostet. War hier mit dabei und dort. Selbst meine Frau habe ich im Internet kennen gelernt. Allerdings nicht auf einer dieser Dating-Sites, sondern standesgemäß in einem Literaturforum.
Gibt’s heute vermutlich gar nicht mehr. Also dieses spezielle Forum ohnehin nicht, aber wahrscheinlich inzwischen auch kein anderes mehr. Wen interessiert das auch noch? Mich, ehrlich gesagt nicht mehr.
Netzliteratur ist, und das sage ich mit dem Grinsen eines Schalks, genauso tot wie Malerei.
Soll heißen, sie lebt als Untote weiter, und wird auf ewig ein paar Freaks, und in absehbaren Abständen immer eine Art von Revival erfahren, wo dann alle Stein und Bein immer schon die ersten, und Trend hier, Revolution dort, Labbersülz-BlaBla.
oder die Kurzfassung:
das Internet langweilt mich inzwischen, es ödet mich an
Konsequenz:
ein halbes Jahr Urlaub. 6 Monate ohne Zeitung, ohne chronochrom, ohne Facebook, auch ohne Amazon, und vielleicht am schlimmsten, vielleicht am besten: auch ohne Wikipedia. (das könnte wirklich fehlen, aber vor dem Netz gab’s Bibliotheken, von denen existieren noch ein paar, wenn auch wenige).

okay. Google wird 2,3 Leute auf diese Seite schicken, mit 87 %iger Wahrscheinlichkeit wegen meiner Anmerkung zu netscape. Ansonsten werden aber mindestens 1000 Roboter diesen Text lesen, genauso viel verstehen wie der Durchschnittsleser, und 500 davon werden vermutlich Werbung für gefaktes Viagra, gefaktes Diazepam und gefakte Rolex-Uhren, oder sonst irgendeinen Scheiß, Hauptsache gefälscht hier hinterlassen.
Tip von mir: kaufen Sie es nicht.

mit den besten Grüßen
und bis nächstes Jahr dann

Alexander Nicolai


fließend leben und lieben…


retrospection to war

mein Englisch ist grottig, mehr noch: es ist ein Verbrechen gegen die englische Sprache (eine tolle Sprache für Dramen übrigens, weil sich mit ihr unglaublich knapp präzise schreiben lässt).
Anyway, es gibt einen guten Grund dafür, dass ich den Text auf englisch zusammen gepfrimmelt habe.
Nur habe ich gerade keine Lust, den zu erklären.
Abgesehen davon ist der Inhalt auch nur ein zusammen gefasster Abschnitt, der mir Basis sein wird für eine Novelle.
Und die werde ich hier veröffentlichen. Dafür habe ich mich auch entschieden.
Möglicherweise werde ich sie auch bei Facebook durchschleusen, aber das wird sich erst noch zeigen.

I remember a good friend, who died standing next to me. He was my Lieutenant, younger than I was, but a peer to my class. He was a real friendly guy, much more peaceful than me. He wasn‘t a very good soldier, but he was loyal, and in some way he was my little brother.
This day, they killed him. He died instead of me. The turkish shooter aimed for my head, I‘ve ever known this, but the bullet hit my little brother, and I got furious. I was in some kind of rage, that doesn‘t know any frontier. The combat has been won quickly, I was mercyless. Those who capitulated, I ordered to shot, and in the early evening I took some of my best and most loyal soldiers to chase the escappes by horse. In this night, we killed nearby 300 people. I commanded my people to burn down every house that might shelter any turkish enemy, and to kill everyone looking like a collaborator.
And we killed not only men, we killed women and even children. Just the older ones I let survive, for they may die in the horrible pain of loosing all their families
Driven by this nameless rage, we got into some bloodlust. I stopped our excess just in the morning, when my soldiers wanted to set a church in fire. Some people escaped into the church, and surely they praised, but that hadn‘t any meaning for me. I just didn‘t want to defile one of my gods houses.
Just my pain of loss didn‘t disappear. Instead I became a monster.
I remember three guys of my company too. Weeks before the Bloodnight passed, we, my young lieutenant and me, catched them, while they raped a young woman.
I decided right there, to let those piggy bastards die. The next three occasions I sent them directly into our enemies fire. Two of them died in the first combat, just one of them survived the first time, the second, and even the third one. At my opinion god saved this man, and I didn‘t want to riot against my gods will. Then came the Bloodnight, and that changed all.
In the end, our commander Prince Eugene of Savoy defeated the turkish invadors, and some months after we returned to vienna, where all has been started.
People on streets jubilated, but I wasn‘t proud on anything. I just hated them, those stupid cheering animals. Not one of them realized what has happend.
When we went to war, my company was about nearby 200 man.
We returned with 31.
People on streets celebrated our victory, but they didn‘t remembered our dead camerads no way.
Whe were good christians before, but by war we became broken men.
They celebrated our loss of humanity.

Decepted I returned to my shire, sick in my mind and my heart.
My wife, former a beautyful and lovely lady, contracted consumption, when I was in war, far away from home. She couldn‘t heal my soul, she was to weak. Most hardly for me was, that I simpleby figured out, that I didn‘t love her anymore. As I became a stranger to myself, she became a stranger to me.
She died nearby one year later, although I called all wellknown doctors to save her life.
Myself, I didn‘t want to live anymore. Only my daughter, grewed up in my absence, gave some light to my darkness. For me she symbolized purity, innocence, in some way everything I lost. When I saw her playing in the garden, that warmed my heard, and in the precious hours I listened her playing the piano, I felt healing for a few moments.
She gave me silence and solution, she anticipated my darkness step by step.
I wished her to merry some fine man of our class, but she did fall in love to one of my farm labourors, a dirty guy without any manners, a boor.
I knew such people. I had sent them into the fire, for they may die. Rapers.
Once again I got into a furious rage, and once again my mind got blind.
I ordered to kill him, and to throw his cadaver into the Donau. It wasn‘t revenge, I just wanted to protect my daughter, my beloved daughter against those rapers. But everything I achived was a young man dying and with him my daughters heart. Instead of the danger I killed her. She stayed in my shire. She even talked with me, but never again, she played the piano. She didn‘t smile anymore.
I asked her forgiveness, I asked gods forgiveness. I really regreted. But although our priest and even her forgave me, she never became the same. Her spell disappeared the day, I killed her beloved guy, and I couldn‘t do anything to heal the damage done.
More and more I capsuled myself in my castle. My affairs I handled without any attendance. I was 40 years old and all I achieved in my life has been nameless pain, and the destruction of my family lineage.
For having some kind of diversion I began to read, and got some rare occultist literatures. In my churches god I didn‘t believed really anymore, so I began by myself to search for the answers, anybody couldn‘t find. And I didn‘t find the answers too, but I did find other points of view on my destiny. Step by step I realized, and although I couldn‘t revoke destiny, I found its deeper lines and causes. My father, died before war has begun, has warned me. He saw, what would have happen, but he failed to avoid it. Anyway, it has not been his mission.
Although my studies opened my mind and widened my horizons, my heard didn‘t convalesced. Most of my practical studies failed. I realized I would never achieve the opus magnum, I was damned to stay and to fail.
My daughter never fell in love again. It took a very long time, she really forgave me, but it changed nothing. On the contrary, her forgiveness burdened me in addition. I begged her hatred. This hatred mightened to break our chains, but she refused to hate anyone. She kept herself pure, and after I died she became a blessing to all people of our shire. She didn‘t reigned as I did. She dissolved our properties for the welfare of the poor, so she ended the bane, her ancestors and I evoked.
I do remember my funeral. It took place in late november on a cold day. Snowflakes sank from grey to grey, and except of my own cadavre I saw everything without having any perspective.
My beloved daughter stood in front of my grave and shed real tears of loss. She has loved me. She never has stopped to love me. I realized that from a higher position of consciousness. Nothing has disappeared, she just hiddened everything deep in her heard, for that no one could attack it once more again. And much more than in my lifetime I regreted and felt my love to her. And my soul itself sweared to never stop loving her. Throughout all times and places that shall follow.


Gottverdammte Scheiße

unsere Widersprüche sind es, die uns so menschlich machen und unser Leben auch interessant, weil wir nicht wissen was passieren wird, und ob alles vergebens war und wir einfach sang und klanglos scheitern. vor allem aber vermiest uns unsere Widersprüchlichkeit andauernd unser Leben. statt uns zu freuen und unser Glück zu genießen, streiten wir uns herum, weil wir irgendwo ganz genau wissen, das unser Glück nicht von Dauer ist, nicht perfekt, und das um die nächste Ecke schon wieder ein Problem lauert. Wenn wir geliebt und angenommen werden wollen, trauen wir uns nicht das einzufordern, weil es dann nur noch die Hälfte wert ist. Und wenn wir diese Liebe und Annahme am nötigsten haben, werden wir zurück gestoßen, scheinbar einfach so. wo wir wissen, dass es sinnvoll wäre, einen Konflikt auszutragen, da trauen wir uns nicht, weil wir im Grunde doch ein harmonisches Miteinander wollen, und nicht schon wieder einen Scheiß-Streit, der dann doch wieder zu nichts führt. Dabei liegt in genau diesen Widersprüchlichkeiten der Schlüssel zu unserem inneren Wachstum. unsere Probleme wird der andere nicht lösen, und oft genug wird uns der andere auch nicht helfen, sondern uns die Verantwortung für seine eigenen Gefühle zusätzlich anlasten. mehr Grund aufzugeben wird sich schwerlich finden lassen. wo wir aber bereit, wenn auch nicht fähig sind, diese Widersprüchlichkeit, diese unerträglichen Verletzungen trotzdem auszuhalten und uns ins Feuer stellen, da wachsen wir wirklich, weil uns da nur die Möglichkeit bleibt, wirklich eine höhere Perspektive einzunehmen, und zwar nicht mit unseren Köpfen, sondern mit unseren Herzen. Nur so können wir die Widersprüchlichkeiten wirklich aussöhnen, uns wirklich dauerhaft entwickeln und die Spannungsfelder auflösen. Und das wird zeitlebens kein Ende finden, und niemals einfacher werden. wenn wir aber wirklich zu magischen Menschen werden wollen, wenn wir die große Erlösung finden wollen, die Aspekt des Gottes ist, nachdem der Mensch immer suchen wird, dann ist das unser Weg. Nicht das philosophische und magische Studium sind es, die uns weiter bringen, weder Atemübungen noch die Abgeschiedenheit der Natur oder der Klöster, kein Guru und kein spiritueller Führer. Unser Wunsch geliebt, gefickt und als ganzer Mensch angenommen zu werden und die ganze Verletzlichkeit, die das mit sich bringt, sind es die uns die Chance geben zu wahrhaft erleuchteten und erhabenen Wesen zu werden.


konfus & abstrus 1

vor einiger Zeit las ich eine Anekdote Castanedas, bei der es um einen Mann ging, der bei einem Marathon einen Zusammenbruch erlitten hatte. Niemand hatte das wohl bemerkt; der Marathon fand wohl abseits frequentierter Wege statt. Gefunden wurde er dann auch nicht von Helfern des Laufes, sondern einer Teilnehmerin, die dem Mann mangels besserer Ideen einfach ins Gesicht pinkelte, worauf dieser aus seiner Bewusstlosigkeit erwachte und die Frau heiratete. Freunde hatten fortan ihren Spaß an dem Bonmot, sie hätte ihn als ihr Revier markiert.
Sexualmagisch betrachtet vielleicht gar nicht so abwegig.
Mir fällt dazu allerdings (das aber auch nur im Augenblick) die Praxis des Waterboardings ein:
sie hat ihn per drohendem Erstickungstod aus seiner Bewusstlosigkeit geholt. Ohne die restlichen Informationen dieser Anekdote könnte man auch einfach annehmen, dass sie ihn gefoltert hat.
Da die beiden nun aber geheiratet haben, stellt sich mir die Frage, in wie weit seine unbewusste (resp. bewusstlose) Haltung, sowie ihr (irgendwo auch etwas hilfloser) Versuch einer ‘Folterung’ die beiden zu einem Paar gemacht haben. Im weiteren, ob Beziehungen nicht auch durch die Bereitschaft den anderen zu foltern, bzw. ihm weh zu tun entstehen. Diese Bereitschaft würden die meisten wohl eher ungern in ihrem Selbstwahrnehmung, ihrem Selbstbild vorfinden. Sobald das unbewusst geschieht, ist das vielleicht schon wieder ganz anders.


the big five

they would kill us all for pennies, but me for free


in time

die Zeit der Kirschen ist vorüber, dieser Sommer überlebt den Winter nicht…